Kreative Kraftanstrengung

Drei animierte Videoclips stehen im Zentrum der Online-Ausstellung #StolenMemory. Prägnant und eindrücklich skizzieren sie die wahren Geschichten von Johannes Berens, Helena Poterska und István Rokza. Die drei Protagonist*innen verbindet ihre Verfolgung durch das NS-Regime.

Exemplarisch zeigen die überwiegend in Schwarz-Weiß gehaltenen Videos, wie unterschiedlich die Menschen waren, die von den Nationalsozialisten verschleppt, inhaftiert, ausgebeutet und häufig am Ende eines langen Leidenswegs ermordet wurden. Johannes war niederländischer Polizist, er verweigerte die Zusammenarbeit mit den deutschen Besatzern. Helena wurde aus Polen deportiert, verliebte sich aber trotz allem nach der Befreiung in einen deutschen Kriegsgefangenen. István musste als Jude Zwangsarbeit leisten, überlebte und wanderte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nach Israel aus.

Drei Geschichten, denen von den Erschaffer*innen der animierten Clips Stimmen, stilisierte Abbildungen, ein museal wirkendes Sounddesign und eine kompakte, eindrückliche Erzählung gegeben wurden. Im Auftrag der Arolsen Archives hat die Berliner Agentur Goldener Westen die Verfolgung von Johannes, Helena und István auf facettenreiche und arbeitsintensive Weise in der Ich-Form erzählt und damit für ein breites Publikum zugänglich gemacht.

Dafür mussten – um nur einige Arbeitsschritte zu nennen – Storyboards entworfen, Musik komponiert sowie Zeichnungen angefertigt, digitalisiert und animiert werden. Das Making-of der Agentur zeigt, wie wichtig die häufig digital organisierte Kooperation vieler Beteiligter dabei war. Klar wird auch, dass der Ausbruch der Corona-Pandemie ein unerwartetes Hindernis war, platzte er doch mitten in den Produktionsprozess hinein. Das Team der Kreativen passte sich an und bewältigte die Herausforderung mit Bravour.

Vom Ergebnis können sich alle Besucher*innen der Online-Schau #StolenMemory selbst überzeugen. Die drei Videoclips sind künstlerisch anspruchsvoll und informativ. Sie erlauben gerade unter Pandemie-Bedingungen, eine museale Stimmung auf die Bildschirme in Schulen und Wohnzimmer zu bringen. Und sie berühren, ohne die Zuschauer*innen zu überwältigen. Eine kreative Kraftanstrengung, die an drei Menschen erinnert, die auf schreckliche Weise und zu Unrecht verfolgt wurden.

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